Creative Walks: Marcus John Henry Brown

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Ich lebe und arbeite seit 22 Jahren in Deutschland. Ich bin direkt nach meinem Studium hierher gekommen und habe hier sehr schnell auch beruflich Fuß gefasst und darf nun auf jede Menge interessanter Begegnungen, Aufgaben und Projekte zurückblicken. Ich habe unfassbar viel Erfahrungen sammeln können. Ich weiß mittlerweile sehr genau was ich beruflich machen möchte und was nicht. Letztes Jahr habe ich mich mit meiner eigenen Beratungsfirma selbstständig gemacht. Ein wirklich sehr großer Schritt für mich. Ein Schritt, der mich auch sehr viel Überwindung gekostet hat, sich jedoch mittlerweile als vollkommen richtig erwiesen hat. Auf meinem spannenden Weg habe ich gelernt eine eigenen Entscheidungen kritisch zu reflektieren und wenn es sein muss sie auch radikal neu zu treffen.

Konferenzräume sind viel zu erstickend.

Durch die tägliche Arbeit mit Kunden aus ganz verschiedenen Branchen ist mir jedes Mal aufgefallen, wie unkonzentriert die meisten Manager (ggf. Führungskräfte) eigentlich sind. Das ist in Anbetracht ihres kargen Büroalltags und der allgemein praktizierten Officekultur leider nahezu unumgänglich. Reportings und endlose zum Teil uneffiziente Meetings zerren an den Nerven der Menschen und letztlich auch an ihrem Verstand und vor allem an ihrer Kreativität. Endlich in einem beheizten und sauerstoffarmen Konferenzraum angekommen, sollen sie nun mit mir über interessante Ideen, erfolgreiche Kampagnen oder neue revolutionäre Produkte sprechen, während sie sich nebenher gegen ständig eingehende und sehr lästige Emails, Anrufe und Unterbrechungen von Mitarbeitern wehren müssen. Ich bemerke sehr oft, dass das Konferenz- oder Besprechungszimmer ursprünglich als kreativer und produktiver Freiraum konzipiert wurde, aber mittlerweile eher als Schutzraum vor Angst und Alltagserschöpfung verwendet wird – meist ohne Erfolg. Die Menschen freuen sich eigentlich über die anstehende Aufgabe, bekommen aber nie wirklich genug Ruhe oder Sauerstoff um es auch wirklich produktiv genießen zu können. Und genau das möchte ich ändern.

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Fokussierung statt Ablenkung.

Mein neues Produkt heißt “CreativeWalks”. Es soll Unternehmern und Entscheidern dabei helfen am Ende die besten Ideen zu finden und sie im Anschluss zu einer erfolgreichen Umsetzung zu führen. Ich möchte meine Kunden aus ihrem Büroalltag entführen und werde mit ihnen genau das tun, was eigentlich im geschützten Konferenzraum in Ruhe stattfinden sollte: Denken, spinnen, planen, träumem und sich für neue und ganz andere Möglichkeiten begeistern, ohne dabei ständig vom Tagesgeschäft brutal herausgerissen zu werden. Ich möchte mit ihnen einmal einen Gedanken in Ruhe zu Ende führen.

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In Richtung Ideen stapfen.

Vor einigen Jahren habe ich versucht von München nach Hamburg zu laufen um ein Gespräch mit Dr. Peter Figge zu führen. Damals ist das Abenteuer leider wegen einer Verletzung gescheitert. Aber ich habe mir damals auch geschworen es irgendwann wieder zu versuchen und es letztlich auch zu schaffen. Da ich letztes Jahr mit dem Rauchen aufgehört und ich dadurch zig Kilos zugenommen habe und ich eigentlich die meisten Sportarten grundsätzliches für entwürdigend betrachte, habe ich wieder mit dem Wandern begonnen und es wurde mir relativ schnell klar, dass das Laufen an der frischen Luft nicht nur meine angefutterten Kilos wieder schmelzen ließ, sondern dabei auch jede menge Ideen heraus flossen. Kurzum: Der Bauch wurde immer dünner und die Ideen immer fetter.

CreativeWalks.de - Working with artefactcards

Prozesse.

Langsam aber sicher wurde aus meinem “Einfach mal los laufen und dabei zufällig Ideen haben” ein richtiger Prozess. Jede Wanderung hat bestimmte Phasen – sowohl physisch als auch mental. Diese Phasen sollte man nicht nur wahrnehmen und respektieren, sondern man kann sie auch für sich nutzen um dabei richtig tolle Ideen zu entwickeln. Langsam aber sicher habe ich die Wanderung in meine eigene Arbeit für Kunden fest integriert. Die Ideen wurden dadurch einfach reichhaltiger und besser. Eben fetter.

CreativeWalks - Jochberg

Alpen statt Apps.

Über Weihnachten ist mir nun endgültig klar geworden, dass ich genau diesen Prozess als professionelle Beratungs-Dienstleistung anbieten möchte. Die Idee “CreativeWalks” nahm innerhalb weniger Tage konkrete Züge an. Ich habe fantastische Strecken erarbeitet und viele inspirierende Gespräche geführt und dabei sehr positives Feedback erhalten (Und ich habe meine Frau dabei vermutlich ziemlich in den Wahnsinn getrieben). Nun steht das Produkt endlich, es ist – wie man so schön in Deutschland sagt – marktreif und ist bereit benutzt zu werden: Unternehmer, Senior Manager, Agenturmitarbeiter oder Entrepreneure gehen mit mir gemeinsam auf Ideenjagd. So soll es sein. Damit bin ich nun offiziell ein Startup, allerdings mit Alpen statt mit Apps.

Ich bin wirklich gespannt wie ihr darüber denkt und freue mich sehr über Feedback.

Beste Grüße ihr Deutschsprachigen Internet Menschen,
Marcus

4 Comments

  1. Anett Gläse-Maslov sagt:

    Eine ganz großartige Idee, wenn auch nicht ganz neu. Seit Jahrtausenden laufen und wandern Menschen, um den Kopf frei zu bekommen und dem Ideenfluss neuen Raum zu geben.
    Ich wünsche Dir viele Kunden, die sich darauf einlassen können, lieber Marcus, und mit dir gemeinsame Wege neu gehen können. Ein großartiges Projekt!

    1. MarcusJHBrown sagt:

      Danke Anett, das ist wirklich sehr lieb von Dir.

  2. Anke Bührmann sagt:

    Eine sympathische und interessante Idee, der ich viel Erfolg wünsche. Ich frage mich, ob die Geschwindigkeit beim Wandern vielleicht genau das Tempo ist, das das Hirn braucht, um in einen schöpferischen Modus zu gelangen. Besonders schön ist die Aussage „… und ich eigentlich die meisten Sportarten grundsätzliches für entwürdigend betrachte, …“ Das ist was Wahres dran. Vielleicht ist diese Idee auch mal was für einen Bericht in einem Medium der Grünen Branche. Mal sehen …

  3. Sue Bischoff sagt:

    Hervorragender Artikel, herzlichen Dank, dass Sie uns alle an Ihren „Creative Walks“ teilhaben lassen! Auch ich habe mich gerade selbstständig gemacht im Bereich der Mobilen Seniorenbetreuung und bin erfüllt von diesem Beruf. Es ist für mich wie eine Art Berufung. Zum Abschalten und zur Regeneration laufe ich manchmal stundenlang über Wiesen, Felder und Wälder. Dabei kommen mir die besten Gedanken. Unter anderem festigte sich dabei auch die Idee, beruflich neue Wege zu beschreiten. Ich habe es bisher nicht bereut und kann Ihnen sagen, dass ich diesen Schritt auch als besondere Herausforderung gesehen habe. Nur wer etwas wagt, bleibt nicht stehen und entwickelt sich weiter. Man lernt so viel Neues über sich kennen, was man noch garnicht wußte. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihren Vorhaben und grüße Sie herzlich. Ihr Beitrag hier hat mir so gut gefallen, dass ich ihn auf meinem Facebook Profil geteilt habe ; )

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